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Gar nicht mehr weg legen ... Unterwegs in Frankreich, Spanien, Marokko und Portugal – dies war der Grund für den Kauf des Buchs von Peter. Zur Kategorie der „Benz-Traveller“ gehörend (w123T), schwebt mir schon lange eine Reise in die genannten Länder vor. Etwas vorbelastet – meine Eltern wohnen seit ein paar Jahren im Süden Frankreichs, zog mich die südliche Himmelsrichtung an meinem Daimler-Stern schon so oft über diese Straßen. Daher kann ich auch sehr gut das Gefühl verstehen, das man verspürt, wenn man mal wieder zu lange „zuhause“ ist und es einen wieder auf die Straße zieht um „unterwegs“ zu sein. Eigentlich hatte ich was anderes erwartet – eine Reisedokumentation. Nun, eigentlich ist es dies ja auch, aber man braucht etwas Zeit um sich in Peters Welt einzufinden.. . Er braucht Anfangs ein paar Seiten und Tage um sich von dem Alltag und dem zugehörigen Schreibstil zu entfernen. Die Berichte sind zu Beginn etwas zurückhaltend und stellen den vielleicht einigen bekannten Versucht dar, ein Tagebuch zu führen um Erinnerungen für später „aufzuheben“. Doch mit zunehmender Entfernung von der bekannten Zivilisation nimmt die Zeit zu, die Peter für sich gewinnt. Die Berichte werden länger, freier und flüssiger. Er findet seine Art das Erlebte festzuhalten. So fesselt einen das Buch immer mehr – gar nicht mehr weglegen mag man es, als Peter den europäischen Kontinent verlässt! Gerade dort hat man das Gefühl, er würde nicht ein Buch schreiben, sondern man ist nun selbst dabei! Es ist wohl der Moment, in dem er alles aus seiner Ihn umgebenden Umwelt aufsaugt und niederschreibt. Seine Gefühle und Erlebnisse direkte in Zeilen kanalisiert. Der Flow. So lernt man auch den Autor immer besser kennen, seine unverschweigbaren Vorlieben für gewisse Literatur und Musik. Auch die politischen Parts lesen sich anregend und färben nicht auf das Erzählte ab. Ein wichtiger Punkt. Ebenso spiele ich doch tatsächlich nach diesem Buch mit dem Gedanken, mal einen Koran aufzuschlagen und mir anzuschauen, über was sich eigentlich so viele Menschen streiten.. (muss ja zugeben, dass ich selbst solche „Bücher“ wie Bibel etc. eher als sehr alte, erste Gesetzbücher für die damaligen einfachen Menschen sehe und die Kirche als wohl ersten „global Player“, der das Ganze gewinnbringend vermarktete, aber das ist nur meine oberflächlich kurz beschriebene Meinung). Was meint denn der Jurist in Peter dazu? Ob man nun eine Reise wie die im Buch beschriebene oder eine ganz andere irgendwann einmal starten möchte – das Buch ist für Alle zu empfehlen, die das Gefühl des „Unterwegssein“ schon infiziert hat, und für Alle die mit dem Gedanken spielen, einfach mal das Bekannte hinter sich zu lassen und aufzubrechen! Es sei aber gewarnt, denn einmal infiziert kann dies manchmal zum Leidwesen der Mitmenschen einen nicht mehr loslassen.. . Gerade von einer Reise zurückgekehrt kann ich aber auch festhalten: es gibt nichts Schöneres, als zu verreisen und wieder nach Hause zu kommen ;-). Und genau das hält Peter in seinem absolut lesenswerten Buch fest! Kauft, lest und brecht auf – „on the road again“. Henrik, clos-rossignol.net, 25. September 2004
Lust auf Reisen? "Fiesta, Ramadan und tote Helden". - Ein Reisetagebuch von Peter Oefele. Seine Reiseberichte sind hier in unterschiedlich langen Kapiteln zu den Themen Spanien, Marokko und Portugal angeordnet. Sie werden vor allem dort zu eindrucksvollen Zeugnissen modernen Lebens, wo der Autor das manchmal auch hektische urbane Treiben in blitzlichtartig gereihten Szenen festhält. In Formen, die von kompakten bis zum prosanahen Langtext reichen, collagiert Oefele die Versatzstücke dieser Realität. Dabei tendiert in manchen Bildern das Plastische schon fast zum Plakativen: "Und ihr seht mich als Punkt am Horizont verschwinden, um ein Stück weiter hinten mich selbst zu finden …". Durchweg ist das Erstlingswerk des 30-jährigen im lockeren Ton gehalten und zeigt oft einen treibenden Rhythmus. Immer wieder versucht er im Treiben und Stürzen der Bilder den eigenen Stand zu reflektieren, sich und sein Sprechen zu verorten. Das Buch ist nicht mehr ganz so frisch (2002) und gewinnt dem Alltag keine poetische Qualität ab, doch vor einigen Tagen ging der Peter wieder auf eine lange Reise in den Orient - er hat sich bei mir noch reichlich mit Schnürsenkeln eingedeckt. Ich bin gespannt auf das nächste Werk und ob dem lyrischen Potential des Traums. - Jörg Höhne, Mein Schuster, Januar 2004
ReiseBuch-Vorstellung: "Fiesta, Ramadan und tote Helden - Unterwegs in Frankreich, Spanien, Marokko und Portugal." - im Newsletter von www.reisefreak.de
Der 29-jährige Jurist Peter Öfele berichtet in seinem Buch über eine Reise von Augsburg nach Marrakesch in dreieinhalb Monaten. Entstanden aus emails an die Freunde zu Hause, hat sich aus diesen rudimentären Quellen im Laufe der Zeit ein veritables Reisebericht-Buch entwickelt, in das Öfele immer wieder literarische und musikale Kenntnisse einarbeitet. Wo nötig, kommt auch der Sightseeing-Teil nicht zu kurz, ist aber nicht nicht vordergründig. Denn: Es ging ihm, wie er im Epilog schreibt, um das "Unterwegssein" an sich, also den "Weg als Ziel". Dementsprechend kann dieses Reisebuch nicht als Reiseführer gelten, sondern als sehr persönlicher Erlebnisbericht eines jungen Menschen, der mit seinem Benz sich gemächlich von Ort zu Ort hangelt, und an für ihn wichtigen Stellen einige Tage hängen bleibt, um dann doch wieder aufzubrechen zu neuen Ufern, damit ihn die Langeweile nicht überkommt. Einmal schreibt er sinngemäß, dass sich eines Tages, als er schon wieder zu lange sich an einem Ort aufhielt, sich das Leben in der Art der Regelmäßigkeit nicht so sehr von seinem Leben daheim in Augsburg unterschied. Weil eben alles so geregelt war: Sehr spät aufstehen, zur Mittagszeit frühstücken, den Tag beim Sightseeing oder beim Lesen verbringen, und bis spät in der Früh sich mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt über mehr oder minder weltbewegende Themen zu unterhalten. Leider sieht er nur sehr wenig von seiner Umgebung, da er die meiste Zeit, in der es hell ist, verschläft, aber dafür hat er um so mehr flüchtige Kontakte mit Travelern und Globetrottern, die er gerne in seinem Buch beschreibt. Das mag ja ganz schön sein am Anfang einer Reise, doch bei einer mehrere Monate dauernden Tour kann dieser Zustand der flüchtigen Kontakte ("small talk" sagt der Engländer dazu) kann das ganz schön auf den Geist gehen, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Irgendwann zieht man sich zurück in seine innere Emigration, anstatt jeden Tag diesselbe Story irgendwelchen Zufallsbekanntschaften auf die Nase zu binden, um im Gegenzug die immer wieder abgespulte Leier serviert zu bekommen. Öfele sieht dieses immerwährende Kennenlernen und sich wieder Verabschieden allerdings nach nur dreieinhalb Monaten eher positiv und schreibt: "Unterwegs ... ist man ständig gefordert, findet ganz automatisch Lösungen, wird stolz ob der eigenen Leistungen und dabei vor allem selbstbewußt". Sehr schön ist dieser Gedanken: "... man möchte offenen Fragen mitsamt ihren Antworten finden, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man fähig war, sie zu stellen". Diesen Satz subsummiert der Spruch unserer Altvorderen "Reisen bildet". Vor allem bildet Reisen, so wie es Öfele gemacht hat, die Persönlichkeit heraus. Ganz deutlich wird dies, wenn man das Buch von vorne nach hinten durchliest. Anfangs ist die Lektüre durch seine flüssige und unkomplizierte Schreibe zwar locker, doch nicht unbedingt dem weiteren Lesen förderlich, da der Text für den Rezensenten nichts besonders erwähnenswertes bringt. Als Öfele jedoch im Spaniens Süden seinen Benz samt Laptop in der Obhut eines Hotelportiers zurückläßt, um mit einer Reisetasche und einigen guten Büchern bewaffnet nach Marokko über zu setzen, muß er seine Gedanken handschriftlich festhalten. Das tut dem Buch gut! Als er wieder aus Marokko zurück kommt, setzt er sich unterwegs in ein Hotel, um die in Marokko erlebten Geschichten und Gedanken in Schreibmaschinen- (Laptop-) format festzuhalten, und durch diesen Blick in die Vergangenheit verschwindet das Flüchtige, das entsteht, wenn man die Tages- (in Öfeles Fall "Nacht-")erlebnisse täglich in den Laptop hämmert. Das Marokko Kapitel hat mir daher am besten gefallen, da es in der Erinnerung des Autoren gereift ist und durch mehrmaliges Abwägen erst in die Endform gebracht worden ist. Öfele bindet in seinen Reisebericht gerne den Bezug zu Musik und den Büchern ein, die er gerade liest. Man bekommt den Eindruck, dass er sehr belesen ist, was mich als Reisebuchautor besonders freut. Der Heimweg über Portugal, Spanien und Paris nach Augsburg ist eher ein Schnelldurchgang, der durch Einzelerlebnisse in Lissabon und Paris einige Glanzlichter erfährt. Insgesamt gesehen ein lesbares Buch, das besonders für junge Traveler-in-spe genügend Lokalkolorit, Atmosphäre und Reise-Feeling herüber bringt, um selbst eine mehrmonatige Reise in den Süden - oder anderswohin - zu wagen. Ausstattung: 200 Seiten, 12 Fotos, 4 Landkarten - Anhänge: günstige Unterkünfte, Sehenswürdiges, Links & Literatur - Preis: 13,90 Euro Näheres bei: http://tinyurl.com/qznx oder http://tinyurl.com/qzo6 - Wolfgang Brugger, Verleger- und Reisebuchautor, KW 42 / 2003
Der Jurist Peter Oefele macht sich zu Herbstbeginn 2001 zu einer längeren Reise in den Süden auf, um Frankreich, Spanien, Marokko und Portugal kennen zu lernen.Er stellt sein Reisetagebuch ins Internet und lässt so die Leser direkt an der Reise teilhaben.
Zunächst wirkt das Reisetagebuch - die überarbeitete Version aus dem Internet - wie jedes andere, das Erlebte wird sehr subjektiv aus der Sicht eines jungen Mannes gesehen, der sich entschlossen hat, länger als ein Vierteljahr mit seinem "Benz" unterwegs zu sein. Auch wenn das Erleben des 11. September in Spanien eindringlich geschildert wird, so wird der Leser dennoch anfangs von der Ichbezogenheit der Darstellung etwas erdrückt. Erst die Erlebnisse vor allem in Marokko, die Teilhabe an den Begegnungen mit jungen Leuten, an Kultur und Geschichte des Landes lassen ein tieferes Interesse entstehen, das allerdings auch hier noch durch die mitunter etwas enge Perspektive des Autors eingeschränkt wird. Längst jedoch hat sich jene Faszination eingestellt, die das ungebundene, von Terminplänen weit gehend freie Reisen erzielt. Mit jeder Schilderung wird klarer, dass eine solche Reise - Privileg gerade junger Leute - auch eine Reise ins innere Ich ist. So macht das Buch Mut für Reisen jenseits bunter Prospekte, weil erkennbar wird, dass gerade die junge, studierende Generation - auch in anderen Kulturkreisen - mehr Gemeinsamkeiten hat, als man ahnen kann. Insofern leistet das Buch einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung. Autor: Oefele, Peter Titel: Fiesta, Ramadan und tote Helden. Unterwegs in Frankreich, Spanien, Marokko und Portugal Verlag: pro literatur Verlag Erscheinungsort: Germering bei München Erscheinungsjahr: 2003 ISBN: 3-937034-00-5 Preiskategorie: bis 20 Euro Umfang: 197 S. Einband: kartoniert Schulart: Gymnasien Jahrgangsstufe: 12 bis 13 Gattung: Reiseerzählung Fach: Deutsch Fach 2: Ethik Fach 3: Sozialkunde Sachgebiet: Reise Schlagwort: Reise, Reisebericht, Reisetagebuch, Freiheit, Individuum, Lebensgefühl, Religion, Toleranz, Zukunft, Islam, Koran, Europa, Individualreisen, Völkerverständigung - Klaus Langer, Schul-Leseforum Bayern, 4. November 2003
Das Buch "Fiesta, Ramadan und tote Helden" ist ein wunderbarer Mix aus
Traum, on-the-road-Feeling, Hitze, flirrendem Licht, wundervollen und fremd
anmutenden Gerüchen, stillen Oasen, lärmendem Leben - kurz gesagt -
etwas ganz Besonderes.
Peter Oefele beschreibt seine Reise derart plastisch, dass es mir oft vorkam, als würde ich auf dem Beifahrersitz teilhaben. Man taucht ein in ein Meer von Farben und Gefühlen und möchte umgehend seinen Koffer packen. Der Staub auf den Straßen und die Luft im Bazar ist förmlich zu riechen... Bitte gehen Sie bald wieder auf Reisen, lieber Peter Oefele und lassen Sie uns teilhaben an all dem, was Sie dabei erleben! - Angela Auer, Autorin, 29.Juli 2003
"Wenn einen Sprache bis nach Marrakesch trägt ..."
... dann muss das bewegte und auch bewegende Sprache sein. So ist es auch in "Fiesta, Ramadan und tote Helden". Man wird von Peter Oefeles ausdrucksstarker Sprache getragen - durch einen Kontinent bis zum nächsten. Frech, witzig - und vor allem lebendig! Es wird heißer und heißer – von Seite zu Seite - bis zum Siedepunkt in Afrika und das "Zuhause" bedeutet plötzlich Kälte. Und irgendwie fühle ich als Leser die Zerrissenheit, die Unentschlossenheit, ob unser Held sich nun auf Zuhause freuen, oder die Kälte verabscheuen soll. Denn das "Unterwegs" war ja so lange sein Zuhause gewesen. Schön, wenn man nach der Lektüre eines Reiseberichtes das Gefühl hat, "ein Stück weit" dabei gewesen zu sein.... Jedenfalls musste seitdem schon einige Male meine einzige Manu-Chao-CD herhalten! - Margit Hoess, München, 6.Juni 2003
Stefan T. Pinternagel
"Der Weg ist das Ziel"
Stefan T. Pinternagels Rezension jetzt auch als PDF "Fiesta, Ramadan und tote Helden" von Peter Oefele
Schon der Titel von Peter Oefeles Buch assoziiert eine Verbundenheit mit Jack Kerouacs Romanen. Dabei ist "Fiesta, Ramadan und tote Helden" nicht als Pedant zu "Engel, Kif und neue Länder" oder "Gammler, Zen und Hohe Berge" zu verstehen und er strebt einen solchen Vergleich auch nicht an. Was uns der Autor (der unter dem Pseudonym Sugar Ray schon Storys und Abhandlungen zu Musik und Literatur in Printmedien wie "Maskenball" oder "Zukunft heute" veröffentlicht hat) mit seinem Debüt vorlegt, ist ein ganz persönlicher Reisebericht - doch sollte man sich von der Bezeichnung Reisebericht nicht verwirren lassen, damit würde man dem Inhalt des Buches nicht gerecht werden. Bei "Fiesta, Ramadan und tote Helden" gelingt Peter Oefele nämlich das seltene Kunststück, eine Brücke zu schlagen: eine Brücke zwischen Reisebericht und lyrischer Betrachtung, zwischen Hintergrundwissen und dem Gefühl on the road zu sein. Den Auslöser dieses Gefühls beschreibt der Autor auf Seite 146 folgendermaßen: "Die Tatsache, dass ich eine Zeitlang auf einer ganz besonderen Welle des Hochgefühls surfen durfte, hat nichts mit einem bestimmten Ort zu tun, sondern einzig und allein damit, dass ich unterwegs war." Europa - Afrika - Rückkehr. Die Gliederung des Buches entspricht dem Erzählaufbau, der einem in der Schule gelehrt wird: Einführung - Höhepunkt - Schluss. Und so erzählt der Autor seine Reise nach diesem klassischen Muster: mit seinem alten Mercedes-Benz von Augsburg aus über Frankreich nach Spanien bis hinunter nach Algeciras. Dort setzt er nach Afrika über, genauer gesagt nach Marokko, das zweifellos zum Highlight seiner Reise wird. Seine Faszination für diesen nahen und doch so fernen Kontinent kann man aus jedem Satz herauslesen. Und ganz nebenbei vermittelt er - mit einer für ihn selbstverständlichen Portion Humor und Respekt - Wissenswertes und Faszinierendes über Marokko und den Islam. Der Rückweg hingegen fällt vergleichsweise kurz aus und ist mit dem wehmütigen Wissen durchsetzt, bald wieder in die Mühlen des Alltags zurückzukehren. Wer schon einmal einen solchen Trip gemacht hat, kennt den Drang, am Anfang schnell die Kilometer herunter zu reißen, als wäre der Teufel persönlich hinter einem her. Doch je länger und weiter man von seiner Heimat getrennt ist, umso entspannter wird man und lässt die Fremde auf sich wirken. Der Reisende vergisst das Reisen und saugt das Lebensgefühl der Einheimischen in sich auf. Diesen emotional wichtigen Punkt erreicht Peter Oefele erstmals im Süden Spaniens; ab diesem Zeitpunkt befindet er sich nicht mehr auf der Flucht, sondern auf Entdeckungstour, und darüber kann er ausgezeichnet erzählen. In seinen täglichen Notizen lässt er den Leser an seinen Überlegungen teilhaben, er bringt ihm seine Befürchtungen und Wünsche näher und rundet das Ganze mit Anekdoten über Musik und das Schreiben, über Weltpolitik, Globalisierung, Rucksacktourismus, Freundschaft, den 11. September und das Grab von Jim Morrison ab. Der Text des 200-seitigen Buches wird durch einige Fotografien und Karten der Reiseroute ergänzt. Den Abschluss bildet eine Auflistung von Unterkünften, empfohlenen Sehenswürdigkeiten, weiterführender Literatur und themenorientierter Hyperlinks. "Fiesta, Ramadan und tote Helden" sei hiermit allen Backpackern, die sich in Richtung Südeuropa aufmachen, ans Herz gelegt - ebenso den Lesern, die einmal am Gefühl des "Unterwegsseins" schnuppern wollen. "Fiesta, Ramadan und tote Helden" von Peter Oefele pro literatur Verlag, ISBN 3-937034-00-5 - Stefan T. Pinternagel, Autor, Augsburg, 5.Juni,2003
von Florian Giermann
"Ich hoffe, wir bleiben trotzdem Freunde ;-)" Es ist vollbracht! Endlich habe ich in meinem Bekanntenkreis auch einen Schriftsteller. Klar, jetzt mal abwarten, was nachkommt, aber für dieses Buch darf sich der Autor von "Fiesta, Ramadan und tote Helden" auf jeden Fall erst mal "Schriftsteller" auf die Visitenkarte drucken. Denn anfangs war ich sehr skeptisch. Kann das gut gehen, wenn ein Jura-Student (bzw. gerade-so-nicht-mehr-Student) mit dem Benz in den doch eher armen Süden Europas (und noch südlicher) aufbricht? Und dann auch noch sein Reisetagebuch darüber veröffentlichen will? Darüber hinaus habe ich das ursprüngliche Skript mal überflogen und fand es schrecklich. Aber offensichtlich habe ich da wohl die falschen Passagen erwischt ... In Wirklichkeit ist das Erstlingswerk von meinem ehemaligen Mitbewohner Peter Oefele nämlich ein gutes Buch geworden. Natürlich muss man damit umgehen können, wenn einem der Autor erklärt, wer Manu Chao ist, oder die Grundprinzipien des Islam erläutert. Diese Art von Informationen hätten genauso gut im Spiegel oder im Stern stehen können. Und wenn im Bericht mal wieder alle Araber ("der Araber als solcher") über einen Kamm geschoren werden, kommt das natürlich zunächst etws hart, lässt sich aber mit den Erfahrungen des Autors auf seiner Reise dann doch plausibel erklären. Schliesslich ist es nämlich genau diese Verquickung von Background-Informationen mit der eigentlichen Storyline - einem persönlichen Reisebericht durch das südwestliche Europa bis hin an die Nordspitze Afrika - die Spass machen und sich gut lesen; und Lust auf mehr machen. Einziger Wermutstropfen, zumindest für Pedanten wie mich: das Lektorat hat geschlafen. (Zu?) viele Fehler finden sich im Text, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, aber es stört den Lesefluss doch sehr, wenn einem auffällt, dass das eben gelesene Wort doch eigentlich ganz anders geschrieben wird. Aber genug der Beanstandungen, denn eigentlich war ich mehr als nur positiv überrascht von diesem Buch. Die Beschreibungen der einzelnen Etappen der Reise sind äusserst gelungen, deskriptiv zwar, aber ohne sich dabei in überflüssigen Details zu verlieren. Die eben schon beschrieben Einblendung von Hintergrundinformationen wertet diesen Erlebnisbericht dabei zusätzlich auf. Und schliesslich kriegt man nicht nur erzählt, welche Stadt wie aussieht und was es dort an Wissenswertem gibt, sondern der Autor nimmt einen auch mit in seine ganz persönliche Welt, in der Pop-Ikonen wie Jim Morrison und Jimi Hendrix eine wichtige Rolle spielen und Schriftsteller wie Jack Kerouac gehuldigt werden. Es ist, wie gesagt, ein gutes Buch. Mit Ecken und Kanten zwar, aber unterm Strich überwiegt auf jeden Fall der gute Eindruck. Das Buch macht richtig Lust, selbst mal wieder zu verreisen - und hat damit sein Ziel dann doch voll getroffen! Prädikat: nicht nur auf Reisen lesenswert! "Fiesta, Ramadan und tote Helden" von Peter Oefele pro literatur Verlag, ISBN 3-937034-00-5 - Florian Giermann, Berlin, 27.Juni 2003
von Stephan Klement
Buchtipp: "Fiesta, Ramadan und tote Helden" von Peter Oefele
Ein Reisetagebuch? - Hört sich langweilig an. Ein Roman? - Davon gibt's genug. Beatgeneration? - Was ist das? Wer sich bei dem Titel "Fiesta, Ramadan und tote Helden", dem Debüt des Berliner Schriftstellers Peter Oefele, unweigerlich an Buchtitel von Jack Kerouac erinnert fühlt, ist auf der richtigen Spur. Und auf dieser befindet sich Oefele: auf seinem Weg der Beatgeneration! Man muss allerdings nicht wissen, wer Kerouac, Burroughs und Ginsberg waren, um dieses Buch lesen zu können: man erfährt es am eigenen Leib, Seite um Seite, bis man ganz automatisch weiß, wer sie waren und wie sie fühlten. Endlich wieder ein Buch, das man nicht aus der Hand legt, bis man es ausgelesen hat und befriedigt unbefriedigt ins Regal stellen kann. Ich warte auf den zweiten Teil... Peter Oefele ist unterwegs - "on the road", und ich wünschte, ich könnte diese Zeit, die er in seinem Buch beschreibt, selbst erleben oder sie mit ihm teilen. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, ich würde diese Reise antreten, in dem Benz sitzen, mich von Musik berauschen lassen und die Landschaft an mir vorbeiziehen sehen. Anfangs etwas zögerlich, wie es sich für Reisende gehört, spürt man schnell, wie sich das Gefühl von Freiheit verbreitet: Alltagsprobleme werden in Granada gelassen, Jimi Hendrix in Essaouira besucht, Burroughs beim Schreiben von Naked Lunch in Tanger ‚erlebt' und Morrison's Jünger in Paris getroffen. "Es gibt zwei Arten von Problemen: Einerseits echte Probleme, und dann die, die andere gerne hätten." (S. 38. Anm. d. Verf.) - Von diesem Satz hat sich eine komplette Bevölkerung etwas abzuschneiden. Wir vergessen zu schnell, was um uns herum geschieht, wissen viele vermeintliche Kleinigkeiten nicht zu schätzen und, seien wir ehrlich, im 14-tägigen Urlaub geht uns kaum etwas vom Kulturerbe des besuchten Urlaubslandes ab. Doch Oefele sieht nach und nach viel mehr, als eigentlich offensichtlich: er lernt die Länder und Leute kennen, versucht deren Sprache zu sprechen, gibt Einblicke in geschichtliche Begebenheiten und vermittelt kulturelle Eindrücke. Neben schnellem, flüssigen Schreibstil und dem Verlangen, dieses Buch zu ‚leben', überzeugen aufschlussreiche Ausführungen über alles Wissenswerte, was man im südlichen Europa und nördlichen Afrika nicht auf Anhieb zu sehen bekommt. Politische Ereignisse wie der 11. September 2001 werden hier auf verblüffend einleuchtende Weise subjektiv geschildert und verarbeitet: "Es ist die Zeit, weltpolitische Nägel mit Köpfen zu machen..." (S. 34. Anm. d. Verf.). Sport und Musik kommen nicht zu kurz, und wer Lust hat, sich auf den gleichen Trip zu begeben, findet im Anhang umfassendes Informationsmaterial zu Hotels, Preisen und Sehenswürdigkeiten. Für mich ist "Fiesta, Ramadan und tote Helden" das Buch des Jahres. Ein Reisetagebuch, spannend, fesselnd, flüssig, frei, komisch und nachdenklich, witzig und befreiend. Nach welchem Buch hatte schon mal Lust, sich in den Wagen zu setzen, den lieben Gott einen guten Mann sein und alles hinter sich zu lassen; Länder und Städte zu sehen, Frauen und neue Freunde zu treffen und einfach frei zu sein? - So richtig frei? "Fiesta, Ramadan und tote Helden" von Peter Oefele pro literatur Verlag, ISBN 3-937034-00-5 - Stephan Klement, Autor und freischaffender Künstler, Essen, 12.Juni,2003
von Tschossener Ge-Org (Austria; vorsicht: Mythos)
"Fiesta, Ramadan und tote Helden"
Eines Tages bekamen mein Eichhörnchen und ich von Peter Oefele ein Buch geschickt. Es war in einer guten Zeit, wo ich es gelesen habe. Ich war gerade umgezogen und hatte nicht mal ein Telefon in meiner Wohnung. Das einzige was ich hatte, was mich beschäftigen konnte, war dieses Buch und mein Computer. Doch dauernd auf die Tasten des Computers zu hauen, war auch auf Dauer uninteressant. So begann ich zu lesen. Wobei man schon eines sagen muss. Es ist sehr informationsreich. Es ist gespickt mit Informationen. Über Geschichte der Länder. Beschreibung so mancher Legende, die mir persönlich nicht viel gesagt hatte. Ein Sänger, den er in Spanien gehört hatte. Zu Versuchen auch warum die Leute so dachten. Warum sie etwas machten. Am besten kam es dann mit den Hustlern herüber. Das man sich einfach auch mit der Mentalität eines Landes vertraut machen musste. Das man dort auch richtig reagieren konnte. Es waren ein paar nützliche Tipps für Traveller in dem Buch enthalten. Ich hatte die Reise bis nach Marokko interessant gefunden. Doch es passierte eigentlich nicht sehr viel überraschendes. Es war eigentlich eine Reise mit keine besonderen Vorgänge. Was hier besonders herausstach, war der 11. September. (...) Dann kommt Marokko. Ein Land das direkt nach dem 11. September ein wenig gefährlicher war. Besonders sieht man es heute. Nachdem der Irak erobert worden war, gab es jetzt auch dort Anschläge. Was mich aber an diesen Reisebericht aus Marokko besonders fasziniert hatte, waren die ganz neuen Gesichter. Eine Japanerin, die keine Sprache kann und sich trotzdem irgendwie durchkämpfte. Eine Dame die Teppich knüpfte und versuchte in diesem Land zu leben. Worum es im Koran geht. ( ...) Was mir hier in Marokko einfach gefallen hatte, waren die verschiedensten Persönlichkeiten und Orte mit Geschichte die er getroffen hatte. Sie waren abwechslungsreich. Man wusste nicht wie sie genau ausgehen würden. Es gab auch immer wieder Überraschungen. Einmal kniete er sich vor einen Hustler nieder, anderes mal verjagte er ihn. Dann geht es wieder zurück in das alte Europa. Auf den Straßen von Portugal. Die einen sehr schlechten Zustand aufwiesen. Mit einer gefährlichen Straße, wo er auf eine seltsame Gruppe von Menschen getroffen war. Dies mitten im Dunkeln. (...) Doch zum Abschluss muss man sagen, dass man auch sehr viel über den Schriftsteller erfährt. Es waren nun mal persönliche Berichte und darum auch ein Stück von ihm. - Tschossener Ge-Org, Autor, Austria, Linz 16.5.2003
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